09.03.2023, von Florian Pelz

Kandern, Waggon gegen PKW!

Schrille Töne begleiten die 4 Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerk (THW) auf der Einsatzfahrt von Lörrach nach Kandern. Eile ist geboten, denn wenn das Einsatzstichwort „Hilfszug DB“ auf der Alarmmeldung steht, geht es oftmals um Gefahr für Mensch und Leben.

Am Einsatzort, dem Bahnhof Kandern angekommen, wurden die Einsatzkräfte auch schon von den Bahnmitarbeitern, die die Meldung bei der Leitstelle abgegeben haben in Empfang genommen.

Nach Freigabe der Gleisstrecke durch den Notfallmanager galt es nun zwei verletzte Personen zu retten. Bei Rangierarbeiten löste sich ein Bahn-Kessel-Wagen durch bisher noch ungeklärter Ursache und kollidierte mit einem Quad. Die beiden Insassen mussten daher nun bei den durchgeführten Rettungsmaßnahmen mittels Hebe- und Rettungstechnik gerettet werden, sodass diese anschließend dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung übergeben werden konnten. Hierzu musste der Tonnenschwere Kesselwagen sicher angehoben werden, um eine Rettung erst zu ermöglichen. Anschließend galt es nun noch die Räder des Kolosses durch Anheben wieder auf die Schiene zu bekommen und den Wagen damit sicher aufzugleisen.

Zum Glück war das ganze Szenario nur eine realistische Übung für die 25 Einsatzkräfte vor Ort.

Denn seit Anfang Juli wird im THW Ortsverband Lörrach spezielle Hebetechnik der DB Netze AG stationiert, um im Falle eines Zugunglückes schnelle Hilfe leisten zu können.

Das Einsatzgebiet umfasst hierbei jeweils die halbe Strecke von Weil am Rhein nach Offenburg und Singen. Unterstützung erhält der Ortsverband Lörrach hierbei vom Ortsverband Müllheim, welcher gerade durch die Spezialisierung mit der Fachgruppe Brückenbau bereits eine Vielzahl an Erfahrungen im Umgang mit schweren Bauteilen mitbringt. Um den Umgang mit der hydraulischen Hebetechnik, darunter Teleskopzylinder mit einer Druckkraft von bis zu 105 Tonnen zu erlernen, fand hierzu auf dem Gelände der Kandertalbahn am Donnerstagabend eine entsprechende Ausbildung statt.

Denn in solchen Fällen ist rasche und vor allem fachkundige Hilfe gefragt. Zum einen, um die Strecken schnell wieder für den Zugverkehr freigeben zu können. Zum anderen, weil das Aufgleisen von Schienenfahrzeugen spezielles Know-how und geeignete Hebetechnik erfordert. Um beides auf kurzem Wege bereitstellen zu können, arbeitet die DB Netz AG seit 2012 im Rahmen einer bundesweiten Kooperation mit dem THW zusammen.

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